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samuel

findosbuecher

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241

Montag, 21. Juli 2014, 12:28

@samuel: Wieso kann man dir eigentlich über deine Profilseite keine PMs schicken?


Jetzt kannst du es.
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samuel

findosbuecher

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242

Montag, 21. Juli 2014, 13:27

Shaun David Hutchinson: Die perfektesten 1440 Minuten meines Lebens

[attach]46131[/attach]

Broschiert: 288 Seiten
Verlag: Arena
ISBN-10: 3401067346
ISBN-13: 978-3401067346

Autor:
Shaun David Hutchinson kam in Florida zur Welt. Er verschwendete seine Tage mit Schlafen und Lesen und zog mit seinen besten Kumpels durch Spielzeugläden. Heute lebt er wieder dort, zusammen mit seinem Hund. Shaun hofft, dass er noch eine lange Liste von Lebenszielen erreichen kann - zum Beispiel jedes Land dieses Planeten zu bereisen und in einem Godzilla-Köstüm durch Tokio zu laufen-, bevor er seinen eigenen Todestagbrief erhält. (Amazon.de)

Inhalt:
Wie wäre es wohl, wenn wir über unseren genauen Todeszeitpunkt Bescheid wüssten? Eine ungewohnte Vorstellung und ein interessantes Gedankenexperiment. Oliver lebt in einer solchen Gesellschaft, in der der Tod 24 Stunden vorher durch einen Brief angekündigt wird. Niemand weiß, woher die Briefe kommen, sicher ist nur, dass die Empfänger ihrem Schicksal nicht entkommen können. Und so erhält der erst fünfzehnjährige Oliver auch seinen Brief und beschließt, sich nicht den ganzen Tag von seiner Familie bemitleiden zu lassen. Er geht normal in die Schule, verschwindet mit seinen besten Freunden (Shane, was hast du in dem Buch zu suchen?) aus dem Unterricht und macht Dinge, die er sich sonst nicht trauen würde. Von einer Brücke springen, sich tätowieren lassen, einen Joint rauchen ... Und dann wäre da noch Ronnie, seine Ex-Freundin, für die er immer noch mehr empfindet (und, von der er immer noch mehr will) als gut für ihn ist. Doch, ihm rennt die Zeit davon. (Inhalt mal eigenständig formuliert.)

Rezension:
Die Grundidee zur Geschichte ist schlicht weg genial, haben doch die meisten Menschen Angst vor dem Sterben und so greift der Autor ein sehr interessantes Thema auf. Dazu das Gedankenexperiment, was wäre, würden wir alle über unseren Todeszeitpunkt exakt informiert werden. Der Schreibstil flüssig, das Buch unterteilt in Mini-Kapitel, die man häppchenweise weglesen kann und die Gedanken eines Teenagers nachvollziehbar beschrieben. Nachvollziehbar, leider aber auch sehr mit Klischee behaftet. Als wären alle fünfzehnjährige Jungs sexbesessene Irrläufer, rücksichtslos ihren Trieben folgend. Dem ist natürlich nicht so. Der Autor befeuert aber dieses Bild, welches eine an sich schöne Geschichte streckenweise nur schwer ertragen lässt. Am Ende versucht der Autor dann auch, seinen Roman wieder ins rechte Licht rücken zu lassen, aber ein Nachgeschmack bleibt. Leider.

Ein Roman für Jugendliche, zwar ohne Logik-Fehler, wenn auch das Rätsel um die Herkunft der Briefe nicht aufgelöst wird, aber leider etwas zu einseitig und klischeehaft.
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samuel

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243

Dienstag, 29. Juli 2014, 17:45

John Boyne "Der Junge mit dem Herz aus Holz"

[attach]46367[/attach]

Autor: John Boyne
Seiten: 240
Verlag: Fischer
ISBN-10: 3596854776
ISBN-13: 978-3596854776

Autor:
John Boyne wurde 1971 in Dublin geboren und ist ein irischer Schriftsteller. Nach der Schule studierte er Englische Literatur und Kreatives Schreiben. Von seinen inzwischen 14 Romanen sind zehn ins Deutsche übersetzt wurden, viele in über 40 weiteren Sprachen. "Der Junge im gestreiften Pyjama" war sein internationaler Durchbruch. Das Buch wurde in Budapest verfilmt. Er ist Träger zahlreicher Preise für irische Literatur. Im Jahr 2008 erhielt er den Deutschen Jugendliteratur-Preis.

Handlung:
Eines Morgens läuft Noah von zu Hause fort. Ein einsamer Waldweg führt ihn zu einem Spielzeugladen voller Zauber und Magie. Hier lernt Noah einen sehr ungewöhnlichen Spielzeugmacher kennen. Der alte Mann hat viel zu erzählen. In seiner Geschichte geht es um Abenteuer, Wunder und gebrochene Versprechen. So nimmt er Noah mit auf eine Reise. Eine Reise, die Noahs Leben verändern wird. Und die auch unser Leben verändern könnte. (Klappentext)

Rezension:
Während der ersten Seiten glaubt man noch ein Kinderbuch in den Händen zu halten, doch John Boyne wäre nicht Boyne, wenn es dabei bleiben würden. Denn, nach und nach, werden die Feinheiten der Geschichte sichtbar, die der Leser mit "Der Junge mit dem Herz aus Holz" in seinen Händen hält. Gleichsam einem Holzklotz, aus den man langsam beginnt mit Messer, Hobel und dergleichen eine Figur herauszuarbeiten. Genau so nämlich ist John Boynes Erzählung angelingt und wieder einmal gelingt es ihn, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Zuletzt bei mir geschehen, mit "Der Junge im gestreiften Pyjama". Auch in dieser Geschichte ist ein Junge Protagonist, der kleine Noah Barleywater, der von zu Hause wegläuft, um dem sich anbahnenden Grauen zu entfliehen. Davon, beziehungsweise, was das genau ist, erfährt der Leser zunächst nicht sondern wird komplett in eine ganz eigene Welt hineingesogen. Eine Welt der Geschichten, erzählt von einem wunderbaren, Noah zunächst unbekannten, uns später sehr gut bekannt werdenden alten Mann. Er erzählt, Noah hört zu. Mehr passiert nicht. Doch allmählich begreift der Junge, dass er eigentlich nicht hier sein sollte, wo er zu Hause doch gebraucht wird.

John Boyne legt mit diesem Roman wieder eine gefühlvolle und faszinierende Geschichte vor, die es in sich hat. Die Erzählung noch liebevoller als die Zeichnungen selbst gestaltet, nimmt den Leser mit auf eine wundersame Reise. Und dies, mit einem faszinierenden Stil und Momenten, aus denen man für sich etwas mitnehmen kann.

"Du darfst niemals den Wunsch haben, etwas anderes zu sein als das, was du bist", sagte der alte Mann leise. "Vergiss das nie. Du sollst nicht mehr haben wollen als das, was dir gegeben wurde. Es könnte der größte Fehler deines Lebens sein."


Mir hat die Verwobenheit, darf man das so sagen, der Realität mit der Fiktion sehr gefallen und die Tatsache, dass sich gerade John Boynes Geschichten so schwer einem Genre zuordnen lassen. Es ist ein Märchen, eine Erzählung, eine faszinierende Geschichte, die einem nicht sofort loslässt, sondern nachdenklich macht. Denn, nicht nur steckt in jedem von uns ein Noah Barleywater sondern auch ein Teil dieses Mannes, der nur auf dem ersten Blick der ist, der er zu sein vorgibt.

Euer samuel.
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samuel

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244

Samstag, 9. August 2014, 15:17

ich hatte noch einen Gutschein übrig und mir heute das gekauft.

"Krähenmädchen" von Erik Axl Sund.
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Wie viel Schreckliches kann ein Mensch verkraften, eher er selbst zum Monster wird?

Stockholm. Ein Junge wird tot in einem Park gefunden. Sein Körper zeigt Zeichen schwersten Missbrauchs. Und es bleibt nicht bei der einen Leiche ... Auf der Suche nach dem Täter bittet Kommissarin Jeanette Kihlberg die Psychologin Sofia Zetterlund um Hilfe, bei der eines der Opfer in Therapie war. Ihr Spezialgebiet sind Menschen mit multiplen Persönlichkeiten. Eine andere Patientin Sofias ist Victoria Bergman, die unter einem schweren Trauma leidet. Sofia lässt der Gedanke nicht los, bei ihr irgendetwas übersehen zu haben. Schließlich müssen sich Jeanette und Sofia fragen: Wie viel Leid kann ein Mensch verkraften, eher er selbst zum Monster wird?

Das ist der Auftakt einer Trilogie. Die anderen Teile "Narbenkinnd" und "Schattenschrei" erscheinen aber im Laufe des Jahres.
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samuel

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245

Samstag, 9. August 2014, 20:18

Vivi Edström "Astrid Lindgren - Im Land der Märchen und Abenteuer"

[attach]46739[/attach]

Autorin: Vivi Edström
Seiten: 352
Verlag Oetinger
ISBN-10: 3789134023
ISBN-13: 978-3789134029

Autorin:
Vivi Edström wurde am 6. Juni 1923 geboren und war eine schwedische Literaturwissenschaftlerin. Zwischen 1983 und 1989 hatte sie eine Professur an der Universität Stockholm inne. Sie ist Vorsitzende der schwedischen Astrid-Lindgren-Gesellschaft und beschäftigte sich ihr Leben lang mit den schwedischen Schriftstellern von Astrid Lindgren über Selma Lagerlöff. Über beide erschienen im Laufe der Zeit mehrere Biografien von ihr, die teilweise auch ins Deutsche übersetzt wurden. In ihrem Land bekam Sie für ihre Werke u.a. den Preis der Schwedischen Akademie.

Handlung:
"Wenn es etwas gibt, das ich mit meinen Büchern will, dann ist es, Erwachsene und Kinder einander näherzubringen." Astrid Lindgren. Das einzige, was ich hier auf Erden zustande gebracht habe, sind eine Menge Einfälle", so kommentiert Astrid Lindgren in ihrem Buch "Das entschwundene Land" das Mysterium der Inspiration, nüchtern und bescheiden zugleich.Wer nun ist diese Frau, die relativ spät, mit siebenunddreißig Jahren, ihr erstes Buch veröffentlichte, um dann in atemberaubend kurzer Zeit zu einem Fixstern der Kinderliteratur zu werden? "Zweifelsohne ist sie ein Wildfang, verwandt mit ihrer eigenen 'Ronja Räubertochter' ", heißt es in der Einleitung zu diesem Buch. "Wie Ronja ist sie wagemütig, sie balanciert am Rand des Textabgrunds, bloß um dann mit einem Scherz mit den Achseln zu zucken. Im nächsten Augenblick finden wir sie am Lagerfeuer, dem magischen und phantasieanregenden..." Was ist das Geheimnis an Astrid Lindgrens Werk, das Kinder und Erwachsene gleichermaßen gefangennimmt? Vivi Edström, schwedische Literaturwissenschaftlerin, ist dieser Frage nachgegangen, indem sie die Hauptwerke Astrid Lindgrens erstmalig im Zusammenhang betrachtet. Dabei spannt sie einen Bogen, der von "Pippi Langstrumpf" bis zu "Ronja Räubertochter" reicht. (amazon.de)

Rezension:
Astrid Lindgren ist eine herausragende Schriftstellerin gewesen. Niemand würde das ernsthaft bestreiten und so stellt sich die Frage, warum die Schwedin, die ursprünglich als einfache Schreibkraft gearbeitet hatte, mit ihren Büchern Erfolg gehabt hatte? Wieso sie erst verhältnismäßig spät ihre Geschichten begann aufzuschreiben und welche Intensionen sie hatte? Welche Bögen lassen sich spannen, zwischen ihren Geschichten und ihrem Leben Oder allgemein, "Wiso tut si su?", wie eine schwedische Zeitung einst fragte. Ein Ausspruch, der heute noch im allgemeinen Sprachgebrauch der Schweden zu finden ist.

Und doch ist Vivi Edströms Buch keine Biografie im eigentlichen Sinne. Es geht hier nicht um Astrid Lindgrens Leben, sondern um ihre Geschichten, Märchen und Erzählungen. Das ist schwer zu trennen, doch Edström schafft dies und schrieb mit "Astrid Lindgren - Im Land der Märchen und Abenteuer" viel mehr eine Biografie ihrer Werke. Welche textlichen Kniffe verwandte die Autorin in Geschichten wie "Mio, mein Mio." oder "Pippi Langstrumpf"? Auf welchen Hintergründen bassieren die Michel-Geschichten, die in Schweden "Emil" heißen und wer ist eigentlich Krümel Löwenherz? Diese und auch ihre frühen Werke, die in Deutschland teilweise gänzlich unbekannt sind, analysiert Vivi Edström. Wem das schon in der Schule zu viel wurde, ist mit dieser Art Biografie schlecht bedient, wer allerdings Einblicke in Astrid Lindgrens "värld" erhalten möchte, dem sei dieses kleine Büchlein empfohlen.

Textanalyse und vor allem Analyse der Figuren ihrer Geschichten muss nicht langweilig und kann überaus spannend sein. Vivi Edström bringt diesen Kunstgriff fertig und gibt dem Leser einen Einstieg sich mit den Werken der schwedischen Nobelpreisträgerin etwas intensiver zu beschäftigen. Zwar ist es, wie gesagt, keine Biografie im eigentlichen Sinne aber dennoch gar nicht so falsch. Schließlich lagen Edtsröm die Werke einer großartigen Autorin zu Grunde, die sie, wie auch Zeitungsartikel, Interviews von Zeitungen oder Radio-Stationen für ihr Buch nutzen konnte. Wer die schriftstellerische Entwicklung Astrid Lindgrens von ihren ersten Kurzgeschichten bis hin zu ihren größten Werken sucht, die nicht nur in Schweden selbst für Wirbel sorgten, der ist mit Vivi Edströms Buch bestens bedient.
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Damiano

Torwächter

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246

Samstag, 9. August 2014, 23:57

Obwohl ich Schwedenthriller in der Regel verabscheute, ist Krähenmädchen tatsächlich mal ein Roman, der den Weg auf meine Wunschliste gefunden hat. Ich bin gespannt, wie er dir gefällt.

Liebe Grüße,

Damiano
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samuel

findosbuecher

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247

Sonntag, 10. August 2014, 11:14

Obwohl ich Schwedenthriller in der Regel verabscheute, ist Krähenmädchen tatsächlich mal ein Roman, der den Weg auf meine Wunschliste gefunden hat. Ich bin gespannt, wie er dir gefällt.


Ist halt nur leider wieder eine Buch-Serie, was ich vorher nicht beachtet hatte. Ich wollte aber eigentlich mehr Einzelbände lesen, was sich damit ja auch erledigt hat. Ich mache mal eine Liste von offenen Buchreihen. da kommt einiges zusammen, befürchte ich.

edit: Hier ist die Liste.

Ach ja, die lieben Buchreihen. Einerseits schön, da man ja oft "wissen will, wie's weiter geht" aber andererseits vergrößern sie natürlich ungemein den SuB. Und das, wo ich mir doch vorgenommen hatte, dieses Jahr mehr Einzelbände zu lesen.

durchgestrichen - schon gelesen
normal - schon im Regal, aber noch nicht gelesen
kursiv - noch nicht gekauft

Erik Axl Sund: Victoria Bergmann Reihe
1. Band: Krähenmädchen
2. Band: Narbenkind
3. Band: Schattenschrei


Henry H. Neff: Die Schule der Magier
1. Band: Das geheime Portal
2. Band: Astaroths Angriff

3. Band: Die Rückkehr des Bösen
Band 4 und 5 werden nicht mehr auf Deutsch verlegt, der dritte schließt die Reihe aber so halbwegs ab.

Colin Dann: Thalerwald Reihe
Prequel: Wo die Tiere zu Hause waren
1. Band: Als die Tiere den Wald verlie0en
2. Band: Was die Tiere im Park erlebten

3. Band: Wie die Tiere das Fürchten lernten
4. Band: Als die Tiere ums Überleben kämpften

Robert Galbraith - Cormoran Strike Reihe
1. Band: Der Ruf des Kuckucks
2. Band: Der Seidenspinner
3: Band: noch nicht bekannt


Agota Kristof
1. Band: Das große Heft
2. Band: Der Beweis
3. Band: Die dritte Lüge


Sam Eastland: Inspektor Pekkala Reihe
1. Band: Roter Zar
2. Band: Der rote Sarg
3. Band: Sibirisch Rot


Nelson Mandela
1. Buch: Der lange Weg zur Freiheit
2. Buch: Bekenntnisse

Interesse habe ich außerdem an folgende Reihen (noch nicht angefangen oder gekauft):
Suzanne Collins: Die Tribute von Panem (3 Bücher)
Veronica Roth: Die Bestimmung (3 Bücher)
Andreas Steinhöfl: Rico, Oskar und... (3 Bücher)

Autoren, von denen ich noch viel (alles) lesen will:
Sergej Lukianenko
Sebastian Fitzek
Tom Rob Smith
Joanne K. Rowling
Andreas Kieling

Ich weiß, ich bin wahnsinnig oder wenigstens so halb. Plane ja immer, nichts neues mehr anzufangen, aber ihr seht, es wird nichts. Meine Wunschliste wächst und wächst und bei Filmen sieht es nicht besser aus. Da ist auch noch so einiges offen. Aber, was soll man machen?! Wer das für viel hält, sollte mal andere Vielleser befragen. Und ich nehme mir bewusst vor, keine weiteren Reihen zu eröffnen (als ob das klappen würde ;) ).

samuel

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »samuel« (10. August 2014, 11:46)

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Musicmiles

Imperator

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248

Sonntag, 10. August 2014, 20:11

Ich habe gestern von Dmitry Glukhovsky "Metro2033" zuende gelesen und werde mir von meinem Zeugnispreis den Folgeband "Metro2034" leisten. Im Übrigen gibt es ein ganzes Metro2033-Universum an dem alle namhaften russischen SciFi-Phantasy mitgeschrieben haben. Sehr empfehlenswert. Auf Nachfrage gibts eine Vorstellung...
Musicmiles
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samuel

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249

Sonntag, 10. August 2014, 20:12

Ich habe gestern von Dmitry Glukhovsky "Metro2033" zuende gelesen und werde mir von meinem Zeugnispreis den Folgeband "Metro2034" leisten. Im Übrigen gibt es ein ganzes Metro2033-Universum an dem alle namhaften russischen SciFi-Phantasy mitgeschrieben haben. Sehr empfehlenswert. Auf Nachfrage gibts eine Vorstellung...
Musicmiles
Ich bitte darum. :)
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samuel

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250

Mittwoch, 13. August 2014, 21:23

Bodo Morshäuser - In seinen Armen das Kind

[attach]46843[/attach]
Autor: Bodo Morshäuser
ISBN-10: 3518413120
ISBN-13: 978-3518413128
Seiten: 366
Verlag: Suhrkamp

Autor:
Bodo Morshäuser wurde 1953 in Berlin geboren und schrieb schon früh Kurzartikel für Berliner Stadt-Magazine. Daneben arbeitete er freiberuflich als Moderator und ist weiterhin als Autor für den Rundfunk tätig. In den Romanen verarbeitet Morshäuser seine Berlin-Erfahrungen und thematisiert Erscheinungen der Jugend- und Popkultur, außerdem gesellschaftliche Strömungen wie etwa Rechtsradikalismus in Deutschland. In seinem Roman "In seinen Armen das Kind" rechnet er mit den Folgen der 68er-Bewegung ab und mit der Erscheinung von Sekten. Er erhielt für seine Bücher mehrere Preise und veröffentlichte mehrere Hörspiele und Radioerzählungen.

Handlung:
Dies ist die Geschichte von Maik Steiner, einer strahlenden Erscheinung, Schauspieler in deutschen Kultfilmen der siebziger Jahre, der in Westberlin Vera trifft, die in Meditation, Drogen und Sex das Neue Leben sucht. Nach der Trennung von Maik verschwindet sie mit dem gemeinsamen Sohn aufs Land und zieht von einer Wohngemeinschaft zur nächsten. Maik, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, macht sich auf, diese beiden Menschen seines Lebens wiederzufinden. Eine riskante Suche. Er entdeckt, daß die ehemaligen Reformprojekte, in denen er seinen Sohn vermutet, zu totalitären Sekten degeneriert sind. Zu diesen Kommunen gehört beispielsweise ein Erziehungslager für Kinder. Je näher Maik seinem Sohn kommt, desto tiefer sackt er beruflich, er verwahrlost. Aber nicht nur sein Leben ist aus dem Ruder gelaufen. Wir hören von der Bruchlandung einer Generation. (suhrkamp.de)

Rezension:
Maik Steiner ist erfolgreich und bekannt, doch genau so schnell, wie der Erfolg kommt der Fall. Dabei steckt er schon von Anfang an im Kern des Problems. Er, der Erfolgreiche und Verwöhnte, umgibt sich mit den falschen Leuten in einer Szene, der er nie so recht angehört und gerät immer tiefer in einem Strudel, der ihm den Boden unter den Füßen wegzieht. Anfangs begeistert, distanziert er sich immer mehr von den Ideen seiner "Freunde", die alternativ leben wollen und damit auch von seiner Beziehung. Seine Freundin, schwanger, trennt sich schließlich von ihm und beide verlieren sich aus den Augen. Maik Steiner weiß um seinen künftigen Sohn, kann mit den Gedanken aber nichts anfangen, nimmt weiter Drogen, doch seine Hochzeit als Schauspieler beginnt zu enden.

Die Aufträge werden weniger, bei den Drogen, die ihm bisher durch's Leben begleiten bleibt er. Die einzige Verknüpfung zu seinem früheren alternativen Leben, die er noch hat. Und er findet heraus, dass seine Freundin nun ein hohes Mitglied einer Gruppe geworden ist, die sich mehr und mehr zu einer Sekte wandelt. Er erkennt auch, dass sein Sohn darin gefangen sein muss. Nun beginnt für ihn ein Kampf an mehreren Fronten. Gegen die Drogen-Abhängigkeit (viel später) und für seinen Sohn. Maik weiß, er kann viel gewinnen. Aber eben auch verlieren.

An den Schreibstil von Morshäuser muss man sich gewöhnen. Wenn man diesen Punkt erreicht hat, beginnt man im Lesefluss zu schwimmen und die Geschichte mit immer mehr Spannung zu verfolgen. Eine Geschichte über falsche und richtige Freunde, Vertrauen und Kontrolle, Sieg und Niederlage, über Alternative und Normale oder solche, die sich dafür halten und eine Geschichte über die Liebe zu einem Kind. Auch, wenn das für den Protagonisten unerreichbar ist. Dieser kleine Roman hat das alles und macht nachdenklich. Ja, Sekten gibt es auch in Deutschland und sie sind gefährlich, auch wenn man ihre Mitglieder vielleicht für Spinner halten mag oder diese verdeckt handeln. Oder gerade deswegen. Das Buch ist eine Warnung davor, sich nicht auf so etwas einzulassen aber auch um die Dinge, die man liebt, zu kämpfen. Facettenreichtum auf wenigen Seiten. Ein Buch mit Aha-Effekt mit einer Geschichte, wie sie wirklich hätte stattfinden können. Überall.

samuel.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »samuel« (13. August 2014, 21:45)

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samuel

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251

Samstag, 16. August 2014, 11:36

Natascha Kampusch "3096 Tage"

[attach]46915[/attach]
Autorin: Natascha Kampusch
Seiten: 284
Verlag: ullstein Taschenbuch
ISBN-10: 3471350403
ISBN-13: 978-3471350409

Autorin:
Natascha Kampusch wurde 1988 in Wien geboren. Ihre Eltern trennten sich als ihre Tochter noch klein war- Vor der Entführung besuchte sie die vierte Klasse der Volkshochschule. Heute hat sie ihren Hauptschulabschluss nachgeholt und ein eigenes Unternehmen, lebt zurückgezogen in der österreichischen Hauptstadt. Immer noch fällt es ihr schwer, Vertrauen zu den Menschen zu finden. Ihr Buch ist ein Versuch das Erlebte zu verarbeiten. Dieses wurde 2013 verfilmt, nach dem unvollendeten Drehbuch von Bernd Eichinger, der während des Arbeitsprozesses zum Film starb.

Inhalt:
Natascha Kampusch erlitt das schrecklichste Schicksal, das einem Kind zustoßen kann: Am 2. März 1998 wurde sie im Alter von zehn Jahren auf dem Schulweg entführt. Ihr Peiniger, Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil, hielt sie in einem Kellerverlies gefangen - 3096 Tage lang. Am 23. August 2006 gelang ihr aus eigener Kraft die Flucht. Priklopil nahm sich noch am selben Tag das Leben. (Klappentext)

Rezension:
Wochenlang beherrschte ein Thema im Frühling 1998 die Nachrichten in Österreich und Deutschland. Ein kleines 10-jähriges Mädchen verschwindet auf ihren Schulweg spurlos und ist wie vom Erdboden verschluckt, nicht auffindbar. Die Polizei startet eine Suchaktion, überall wird das Bild des Mädchens gezeigt, doch die Fahndung verläuft ergebnislos. Schon ist vom Tod des Mädchens die Rede. Was keiner zu diesem Zeitpunkt ahnt, Natascha lebt. Gefangen in dem Kellerverließ eines Wiener Vorstadthauses, ist sie den Launen eines in der Umgebung unauffälligen, dort aber unberechenbaren Menschen ausgesetzt. Wolfgang Priklopil, der das Mädchen entführt hatte, um sich eine eigene kleine Welt und eine Sklavin zu erschaffen, wie er es später einmal vor dem Mädchen formulieren wird. Doch, Natascha kämpft. Um ihre Identität, um ihr früheres und zukünftiges Leben. Und gibt sich selbst ein Versprechen. Das Versprechen, wenn sie sich wehren kann, sich selbst zu befreien.

Rezensionen von Biografien oder Schicksalsberichten zu schreiben, halte ich für relativ schwierig. Mit Rezensionen wertet man, doch was gibt uns das Recht über Lebenswege zu urteilen, die schlicht und einfach nicht nachvollziehbar sind, wenn man nicht etwas ähnliches erlebt haben mag. Das ist hier, in diesem Falle, natürlich niemanden zu wünschen. Niemand sollte so etwas erleben müssen. Ich wusste auch nicht, ob ich das Buch überhaupt lesen sollte. War diese Frau nicht schon zu sehr medienpräsent und dann auch noch der Film? Fast schien es, als ob sie aus ihrem Erlebten noch das kleinste Bisschen Kapital schlagen wollte. Und, ist es nicht besser, so etwas in Zusammenarbeit mit einem Therapeuten zu verarbeiten? Für sich, höchstens unter Zuspruch einiger enger Freunde und Familienmitglieder? Natascha Kampusch war mir, vor dem Lesen des Buches, schlicht und einfach etwas unsympathisch.

Das änderte sich mit fortschreitender Seitenzahl. Kampusch erzählt sehr detailliert und nüchtern von ihrer Entführung und der Gefangenschaft, die einen Großteil ihres Lebens ausmacht und erklärt, warum sie in bestimmten Situationen so oder so handelt. Sie erzählt von Verzweiflung, von Verteidigung, von Niederlagen und kleinen Siegen aber auch von Hoffnung und kleinen Funken Menschlichkeit. Das ist es, worauf sie ihre Kritiker stoßen. Dass sie eben nicht Priklopil nur als Monster in Erinnerung hat, sondern auch kleine und seltene positive, fast möchte sie meinen, schöne Augenblicke. Sie sieht nicht nur Schwarz und Weiß, sie sieht auch die Grautöne dazwischen und das nahm man ihr übel. Mich hat ihr Buch überrascht, ihre Aufmerksamkeit ob kleinster Gefühlsschwankungen, ihrer medizinischen Kenntnisse (etwa Stockholm-Syndrom, welches sie für sich nicht gelten lassen will), die sie mit eingebracht hat und vor allem, dass es Priklopil in all den Jahren nicht geschafft hat, sie vollständig zu brechen.

Naascha Kampusch beschreibt ihre Situation sehr erwachsen und sehr direkt. Für sich und vor allem, um eine Deutungshoheit zurück zu gewinnen, die die Medien ihr nach ihrer selbst getätigten Befreiung fast genommen hätten. Und gerade die wollte sie sich bewahren. Mit diesem Buch hat sie es, denke ich, erreicht.
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samuel

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252

Sonntag, 17. August 2014, 14:38

Ich habe geflohmarkt. :)
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samuel

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253

Donnerstag, 21. August 2014, 05:40

Merke gerade an meiner Leseliste für diesen Monat, wie sehr lange S-Bahn-Fahrten doch nützlich sein können. Die nächste Rezension kommt schon am Wochenende - wenn ich es nicht vergesse. Und als nächstes will ich mein Angstbuch "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" loswerden, was ich bisher vor mir hin geschoben habe. Und ich will nicht, dass es bei mir noch länger versauert. Außerdem ist es gerade so dick, dass ich es diesen Monat noch schaffe. Trotzdem bin ich zwiegespalten. Es ist eben ein Buch mit besonderer Thematik. Den Film habe ich bisher auch vermieden.
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samuel

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254

Freitag, 22. August 2014, 22:20

Yury Winterberg/Sonya Winterberg "Kleine Hände im Großen Krieg - Kinderschicksale im Ersten Weltkrieg"

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Titel: Kleine Hände im Großen Krieg - Kinderschicksale im Ersten Weltkrieg
Autoren: Yury Winterberg/Sonya Winterberg
Seiten: 368
Verlag: aufbau
ISBN: 3351035640

Autoren:
Yury Winterberg wurde 1965 in Radebeul geboren und ist ein deutscher Schriftsteller und Drehbuchautor. Er studierte Psychologie an der TU Dresden und arbeitete dort eine Zeit lang als wissenschaftlicher Assistent. In den 1980er Jahren veröffentlichte er erstmals eigene Texte und nach der Wende arbeitete er als Zeitungsredakteur bei den späteren "Dresdner Neueste Nachrichten". Für kurze Zeit war er außerdem für den MDR-Hörfunk tätig sowie für die SPD als Kulturreferent im Sächsischen Landtag. 1993 machte er sich selbstständig und schrieb Drehbücher für Dokumentationen und Dokudramen der Öffentlich-Rechtlichen Sender. Sein Schwerpunkt ist das Thema "Zeitgeschichte".

Sonya Winterberg wurde 1970 geboren und machte 1989 ihr Abitur auf dem Schwedischen Gymnasium Borga in ihrer Geburtsstadt Provoo/Finnland. Später zog sie nach Deutschland um Skandinavistik, Germanistik und Philosophie in Freiburg/Breisgau zu studieren. Nachdem sie für eine Umweltorganisation arbeitete, folgte ein mehrjähriger Aufenthalt in den USA. In zweiter Ehe ist sie mit Yury Winterberg verheiratet. Ihr Schwerpunkt liegt im Bereich sozialer Arbeit für mehrere Organisationen und in der Fotografie. Sie ist eine Vertreterin des sog. Slow Jouernalism, der sich der sorgfäktig echerchierten langfristigen Auseinandersetzung mit Themen widmet.

Thema:
"Was nützt es, ein Kind zu sein, wenn Krieg ist ..." Die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“, der Erste Weltkrieg, hat die Menschheit in einen Ausnahmezustand versetzt. Dazu gehörte auch die Generation der Kinder, deren Schicksale in diesem Buch erstmals erzählt werden. Kindersoldaten kämpften im Ersten Weltkrieg zu Tausenden in fast allen Armeen. Allein in England waren es etwa 250 000. Aber es gab auch die minderjährigen Kriegskrankenschwestern und viele Kinder, die die Grausamkeiten der Besatzung erleben mussten: 100 Jahre nach seinem Beginn wird die Geschichte des Ersten Weltkrieges anhand ihrer Tagebücher und Briefe völlig neu erzählt. Dabei kommen auch Prominente zu Wort, die im Ersten Weltkrieg heranwuchsen, unter ihnen Simone de Beauvoir, Marlene Dietrich, Heinz Erhardt, Alfred Hitchcock und Anaïs Nin. (Amazon.de)

Rezension:
Als das hundertste Gedenkjahr näher rückte, machte sich ein Autorenteam daran, anhand von Tagebüchern ddie Schicksale Beteiligter am Ersten Weltkrieg nachzuspüren und stieß auch auf drei schriftliche Zeugnisse aus Kinderhänden. Diese sollten mit in die Fernsehserie "Tagebücher des ersten Weltkrieges" eingeflochten werden, doch würde das funktionieren? Wären solche Schriften überhaupt eine ernstzunehmende und stichhaltige Grundlage für eine ernsthafte Aufarbeitung? Die Redakteure hatten Bedenken und die beteiligten Senderanstalten auch, trotzdem stieß man nach und nach auf weitere Tagebücher von Kindern und Jugendlichen, so dass man schließlich beschloss, diesen eine eigene Serie zu widmen. Die kam dann auch, acht Folgen auf ARTE. Doch das Material gab viel mehr her als dass man es hätte unbeachtet lassen können und so entstand unter Federführung von Sonya und Yury Winterberg dieses Buch.

Treffender hätte der Titel nicht sein können. Der Erste Weltkrieg war der erste Krieg, der nicht auf einem eng begrenzten lokal wahrnehmbaren Raum stattfand sondern Länder überall in einem Strudel der Gewalt riss und mit ihnen auch eine ganze Generation von Kindern. Für diese sollte nichts mehr so sein, wie vorher. Egal, ob sie in Serbien oder in den Gebieten Belgiens lebten, wo später Franzosen und Deutsche praktisch in Schützengräben kämpften oder in den riesigen Weiten des Russischen Reiches lebten. Einige von ihnen kämpften sogar, obwohl minderjährig, an forderster Front mit und von diesen und jenen berichten die Winterbergs nur aufgrund von Tagebüchern eben dieser Kinder. Trotzdem bewahren sie, wo sich die Schreiber irrten, historische Richtigkeit und blicken zudem über den Tellerrand. Keine Seite des Krieges wird ausgespart, Tagebücher von Kindern aus aller Welt zu Rate gezogen. Spannender und zugleich erdrückender kann Geschichte kaum sein. Egal, ob von dem damaligen Londoner Schuljungen Alfred Hitchkock die Sprache ist oder vom russischen Zarewitsch Alexej oder von einfachen ellsässischen Bauern- oder belgischen Dorfkindern.

Die Kinderschicksale, die in der Serie erzählt werden, kommen im Buch nicht vor, dieses berichtet dafür ausführlicher, vielseitiger und kritischer. Es hinterfragt die Tagebücher, sucht Verknüpfungspunkte zwischen den Kindern, die sich nicht einmal kannten und zeigt, dass ein jedes dieser Jungen und Mädchen den Ersten Weltkrieg auch ein klein wenig mit beeinflusst hat und der Krieg umgekehrt und um so mehr natürlich die Kinderseelen. Gerade heute, wo es wieder viele Kindersoldaten (Über 250.000 Kinder waren es im Ersten Weltkrieg in der Britischen Armee. Eine Tatsache, die erst spät aufgearbeitet wurde.) überall auf der welt gibt, wo viele Kinder vor den von den Erwachsenen geführten Kriegen flüchten müssen, ist dieses Buch sehr aktuell. Denn, durch Krieg gewinnt man nicht unbedingt etwas, zerstört aber auf jeden Fall. Und als erstes und am längsten sind immer Kinder davon betroffen.

Euer samuel.
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samuel

findosbuecher

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255

Sonntag, 24. August 2014, 19:36

John Green "Das Schicksal ist ein mieser Verräter"
[attach]47101[/attach]
Autor: John Green
Seiten: 336
Verlag: dtv
ISBN-10: 3423086416
ISBN-13: 978-3423086417

Autor:
John Green wurde 1977 in Indianapolis geboren und ist ein amerikanischer Schriftsteller und Video-Blogger. Zu seinen bekanntesten Büchern zählen "Eine wie Alaska" und "Das Schicksal ist ein mieser Verräter". Für letzteres hat er den Deutschen Jugendliteraturpreis bekommen. Er studierte zunächst Englishc und Religionswissenschaften, wollte Pastor werden. Seine Arbeit als Kaplan in einem Kinderkrankenhaus brach er jedoch aufgrund der dortigen Erlebnisse ab. Später veröffentlichte er Rezensionen für mehrere Zeitschriften. Greens letzter Roman kam 2014 in die Kinos.

Handlung:
„Krebsbücher sind doof“, sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander - trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch. (Verlagsseite Hanser Verlage)

Rezension:
Nachdem so viele das Buch gelesen hatten und positiv überrascht waren, musste ich es mir einfach kaufen. Habe es dann aber trotzdem wochenlang im Regal stehen lassen. Zum einen der Thematik wegen, weil das ja doch kein leichter Stoff ist, zum anderen, weil ich mir nicht sicher war, wie ich beim Lesen darauf reagieren würde. Jetzt weiß ich es. Leider kann ich mich den Hype, der um das Büchlein gemacht wird, nicht so ganz anschließen. "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" wird als Jugendroman nicht nur für Jugendliche gehandelt, ist für mich aber an mehreren Stellen unglaubwürdig und schießt schlicht und einfach zu oft über das Ziel hinaus.

Da wäre zunächst einmal die Tatsache, dass sich John Green unglaublich schnell lesen lässt.k Zumindest hier. Innerhalb von zwei Tagen hatte ich das Buch durch und das bei einem Thema, was doch an sich länger beschäftigen soll. Wo man innehalten müsste, das Buch einen kurzen Moment zur Seite legen müsste. Dieses Bedürfnis hatte ich aber hier nicht und ich würde mich nicht gerade als gefühllos bezeichnen. Nachdem ich die letzte Seite umgeblättert habe, hat es mich aber auch nicht weiter beschäftigt, was ich an sich schon merkwürdig fand. Auch das, kein gutes Zeichen. Dann ist das Buch übertrieben philosophisch.

Für ein Jugendbuch viel zu viel, was dann widerum stört und das ganze ein wenig kaputt macht, was schade ist. Von der unglaubwürdigen Nebenhandlung ob des Treffen mit einem versoffenen Autoren, mal ganz zu schweigen. Und dann, der Umgang mit der Krankheit. John Green erwähnt im Vor- und Nachwort, dass er für die Geschichte quasi ein Medikament erfunden hat, von dem er sich wünschte, dass es das geben würde, was ich beinahe arrogant oder zumindest wenig feinfühlig gegenüber den vielen Schwerkranken finde, die es gibt. Die wünschen sich ebenso ein ähnliches Medikament, müssen nur allzu oft erfahren, dass es so etwas nicht gibt und dann so etwas lesen zu können, auch wenn das klar eine erfundene Geschichte ist, finde ich sehr kritisch. Sollte man nicht eher bei der Wahrheit bleiben? Ist diese nicht schon schlimm genug.

Nächster Punkt, die Sprache der jugendlichen Protagonisten. Auch die hat für mich nicht ins Bild gepasst. Zu übertrieben. Und wer redet seine Freundin schon ständig mit doppelten Namen an? Augustus, obwohl der eigentlich ein Sympathie-Träger des Romans sein soll, wurde mir nicht nur dadurch, sogar etwas unsympathisch im Laufe der Geschichte. Tatsächlich habe ich die Geschichte an manchen Stellen eher mit Augenrollen gelesen als mit hintergründigen Gefühlen, die der Autor vielleicht hervorrufen wollte. So sicher bin ich mir da nicht.

Wenn der Film das Buch gut umsetzt, habe ich so keine Lust, diesen mir anzusehen. Wenn er das Buch schlecht umsetzt, dann kann ich es ganz sein lassen. Zumal "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" nur drei Sterne bekommt. Mehr kann ich beim besten Willen nicht geben.
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samuel

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256

Samstag, 30. August 2014, 20:28

Heute eingekauft.

Henry H. Neff "Schule der Magier - Die Rückkehr des Bösen"
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Chris Chibnall/Erin Kelly "Broadchurch - Der Mörder unter uns"
[attach]47189[/attach]

Außerdem habe ich Büchertauschboxen für mich entdeckt. Das ist aber einen eigenes Thema.
Schreibe mal darüber, wenn ich damit mehr Erfahrungen gemacht habe.
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samuel

findosbuecher

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Montag, 8. September 2014, 22:57

Umfrage

Welches Buch soll ich genauer vorstellen?

50%

Erik Axl Sund - Krähenmädchen (2)

25%

Erik-Emmanuel Schmitt - Oskar und die Dame in Rosa (1)

25%

Cody McFadyen - Der Menschenmacher (1)

Insgesamt 4 Stimmen
Ich komme in letzter Zeit sehr viel mehr zum Lesen als bisher (für meine Verhältnisse) und komme mit den Rezensionen einfach nicht mehr hinterher. Deshalb stelle ich jetzt mehrere Bücher bis Sonntag zur Auswahl. Den Gewinner stelle ich euch genauer vor.

Und demnächst wird es sogar ein Gewinnspiel geben. Ja, es gibt ein Buch zu gewinnen. Dazu später mehr.
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Damiano

Torwächter

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258

Dienstag, 9. September 2014, 07:50

Da ich "Krähenmädchen" schon gelesen habe, habe ich dafür gestimmt, um deine Meinung dazu zu hören. Ich äußere mich dann anschließend ;), falls es gewählt werden sollte.

Liebe Grüße,

Damiano

PS. Cody McFadyen finde ich ganz schröcklich!! :)
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samuel

findosbuecher

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259

Montag, 15. September 2014, 05:55

Es wurde gewählt "Krähenmädchen" von Erik Axl Sund.

Erik Axl Sund "Krähenmädchen"

[attach]47554[/attach]
Autor: Erik Axl Sund
Seiten: 478
ISBN-10: 3442481171
ISBN-13: 978-3442481170
Verlag: Goldmann

Autor:

Der Autor Erik Axl Sund ist eigentlich ein Pseudonym. Das schwedische Autorenduo Jerker Eriksson und Hakan Axlander Sundquist, beide von Haus aus Musiker, schrieben zusammen drei Kriminal-Romane, für die sie 2012 mit dem Special Award der Schwedischen Krimiakademie ausgezeichnet wurden. 2014 erschienen (bzw. erscheinen noch) ihre Bücher erstmals in deutscher Übersetzung. Sundquist ist Tontechniker, Musiker und Künstler und Eriksson ist ansonsten der Produzent von dessen Elektropunk-Band "iloveyoubaby!". Er arbeitet zurzeit als Bibliothekar.

Handlung:
Stockholm. Ein Junge wird tot in eimen Park gefunden. Sein Körper zeigt Anzeichen schwersten Missbrauchs. Und es bleibt nicht bei der einen Leiche ... Auf der Suche nach dem Täter bittet Kommissarin Jeanette Kihlberg die Psychologin Sofia Zetterlund um Hilfe, bei der eines der Opfer in Therapie war. Ihr Spezialgebiet sind Menschen mit multiplen Persönlichkeiten. Eine andere Patientin Sofias ist Victoria Bergman, die unter einem schweren Trauma leidet. Sofia lässt der Gedanke nicht lös, bei ihr irgendetwas übersehen zu haben. Schließlich müssen sich Jeanette und Sofia fragen: Wie viel Leid kann ein Mensch ertragen, bevor ehe er selbst zum Monster wird? (Klappentext=

Rezension:
"Schwedenkrimi" ist schon ein sehr eigenes Genre und bedeutet Melancholie aus allen Poren. Blut, Mord, Gewalt inmitten der sonst so perfekten skandinavischen Gesellschaft. Dazwischen mürrische und eigenbrötlicherische Kommissare (oder beides) und schon hat man die Zutaten für einen Krimi, der sich innerhalb ein paar Nächte weglesen lässt. Vorausgesetzt, man ist in der richtigen Stimmung dafür. Und nun also der Auftakt der Victoria-Bergman-Trilogie. "Krähenmädchen" ist etwas moderner, nicht ganz so melancholisch und meines Erachtens auch nicht ganz so ermüdend. Die Spannung schwankt mit zunehmender Seitenanzahl und droht entweder abzufallen oder drastisch anzusteigen, ein Gleichbleiben kennt das unerfahrene Autorenduo nicht und erfahrene Schwedenkrimi-Leser werden enttäuscht sein aber alle anderen erleben feinstes Krimi-Fastfood. Man taucht schnell ein, in diese nur von außen betrachtet perfekte Welt, in der sich Abgründe auftun und wechselt ständig die Perspektiven. Es geht um Mord, Missbrauch, Klischees und irgendwie hat man das Gefühl, alles schon einmal gelesen zu haben. Irgendwie. Der Cliffhänger ist böse, genau so wie der Rest des Buches. Wer mit dem Genre noch nicht viel in Berührung gekommen ist, für den ist "Krähenmädchen" zu empfehlen. Für alle anderen nicht, denn dieser Schwedenkrimi ist eben kein Wallander. Heutzutage vielleicht eher ein Plus als ein Minus. Wie gesagt, es ist Fastfood. Man ist schnell drin, in der Geschichte, bekommt seine Portion Gänsehaut und Grusel, wird "gezwungen" sich auch alle Folgebände anzutun. Gesund ist das nicht. Lesenswert allemal.
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Damiano

Torwächter

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260

Dienstag, 16. September 2014, 11:02

Danke für deine Rezension. Ich kann dir größtenteils zustimmen. Ich zweifele auch noch, ob ich mir den zweiten und dritten Teil kaufen soll - allerdings war der Cliffhanger natürlich so, dass man es fast machen MUSS ;).

Positiv hervorheben würde ich noch, dass mich der Roman durchaus überrascht hat. Dies können Thriller eigentlich kaum noch, weshalb ich auch kaum noch welche lese. Die Wendung hatte ich jedoch so auf keinen Fall erwartet. Innovativ fand ich auch den Einsatz der Sprache, vor allem in den Kapiteln, die sich mit dem Haus beschäftigen. Wunderschön ist in meinen Augen zudem auch das Cover.

Ermüdend fand ich hingegen das, was auch ansonsten in den Schwedenthrillern vorkommt: die zwischenmenschlichen Probleme der Ermittlerin, die von dir beschriebene, zum Teil überbordende Tristesse.

Ich hatte mich vor allem wegen der Vita der Autoren, aber natürlich auch wegen des Themas letztlich für einen Kauf entschieden: Bereut habe ich ihn nicht, aber für echte Begeisterung hat es auch nicht gereicht.

Mal sehen, wie das "Narbenkind" wird - jetzt, nachdem die Katze ja eigentlich aus dem Sack ist...

Liebe Grüße,

Damiano
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